rettenbacheraugustIn St. Koloman 1911 geboren, hat August nach schwerer Arbeit auf Baustellen mit 26 Jahren die Weiter- bildung begonnen. Nach seiner Heim- kehr aus dem Krieg absolvierte er eine Lehrerausbildung und wirkte dann als Schulleiter und Organist in seiner Heimatgemeinde. Bald hat er auch schriftstellerisch gearbeitet und in einer stürmischen, öden Herbstnacht (seine Frau war schwer erkrankt) fand er – nach seinen eigenen Worten – das Tor zur Mutter- sprache. Nach dem Tod seiner Frau Lisl begegnete August bei einer gemeinsamen Lesung in Niedernsill Barbara Höllwerth und damit wurde der Pinzgau in seinen Altersjahren zur zweiten Heimat. Hier schloss er nach unermüdlicher Arbeit und geduldig ertragenen Krankenjahren am 11. August 1999 die Augen. August Rettenbacher hinterließ ein umfangreiches heimat- kundliches, literarisches und kompositorisches Lebenswerk: 6 Mundart-Bändchen umfassen Gedichte und Kurzgeschichten über seine ‚berghoamat', über das Brauchtumsjahr mit Advent und Weihnachtszeit, dem ‚fruahjahr' und der Zeit ‚va sunnawendn bis kathrein'. Immer schöpfte er dabei ‚ausn tiafn brunn', wie einer seiner Gedichttitel lautet. In Schriftsprache verfasste er einen Roman über das leben Franz Xaver Grubers und Legendenbüchlein wie ‚der esel justus' oder ‚die petruslegenden'. Zeitnahe Lyrik in Schriftsprache und Mundart enthält das Buch ‚von flimmerschein und blühgeflamme'. Mit einem Sammelwerk in und über die Mundart hat Prof. Rettenbacher (der Professorentitel war ihm für seine Arbeit verliehen worden) 1984 das Mundartarchiv in St. Koloman gegründet. Seine heimat- und mundartkundlichen Forschungen legte er in den Chroniken von Niedernsill und St. Koloman nieder. Aber auch im sechsbändigen Mundartwerk ‚ba ins in der taugl', bei dem er viele Tauglerinnen zur Mitarbeit gewinnen konnte. Im II. Band ‚ba ins in der taugl' steckt das Epos ‚d'sintflut'. Noch unveröffentlicht sind weitere Mundartepen wie ‚de gläser bruggn' oder ‚de thayabrugggn', die Flüchtlingsschicksale im und nach dem 2. Weltkrieg zum Inhalt haben. Aus dem kompositorischen Schaffen (Kirchenmusik und -lieder) sind Hirten-, Weihnachts- und Marienlieder sowie eine Marien-, Barbara-, Hohzat- und Hirtenmess veröffentlicht.

Werke in Lyrik und Prosa.

Ordner Nr. 12 "August Rettenbacher in Niedernsill";
außer den gedruckten Werken auch Unveröffentlichtes sowie Biographisches, Musikalisches und Heimatkundliches (Fotos) in Mappen und Ordnern.